Stachelbeeren im Garten

Stachelbeeren am Strauch
Stachelbeeren im Garten
Foto: © milka-kotka

Sie sind zuckersüß und wunderbar aromatisch. Wer Stachelbeeren eher als saure Beerenfrüchte kennengelernt hat, dem wurden höchstwahrscheinlich unreife Früchte serviert. Denn die Stachelbeere enthält unglaublich viel Zucker und Vitamine. Sie schmeckt frisch vom Strauch geerntet genauso gut wie in Konfitüren oder Gebäck.

Tipps für den Anbau von Stachelbeeren

Was ist beim Pflanzen und der Pflege von Stachelbeeren zu beachten? Welche Stachelbeersorten gibt es? Das und vieles mehr erfahren Sie erfahren Sie auf den folgenden Seiten:

Stachelbeersorten

Bereits im 16. Jahrhundert wurde die Stachelbeere als Obst in Klostergärten angebaut. Seither wurde sie oft veredelt und mit anderen Sorten gekreuzt. Heute sind 5-8 Sorten hauptsächlich in den Gärten vertreten. Dazu gehören die Stachelbeeren Pax, Xenia, Lepac und Achilles, aber auch die Invicta, die Rokula und die Grüne Kugel. Wer glaubt, Stachelbeeren seien immer grün, muss sich eines Besseren belehren lassen. Gerade die roten und gelben Sorten haben sehr viel Aroma und Süße und sind weitaus beliebter. Je nach Sorte gibt es Stachelbeeren, die früh oder spät im Jahr Früchte tragen.

Stachelbeeren nicht nur als Strauch

Wer sich eine Stachelbeere in seinen Garten pflanzen möchte, um die leckeren süßen Früchte ernten zu können, der muss sich nicht nur für die Sorte, sondern auch für eine Wuchsform entscheiden. Neben den klassischen Sträuchern machen Halb- und Hochstämme den Hobbygärtnern das Ernten der Beeren leichter. Denn die Stachelbeere trägt nicht ohne Grund diesen Namen. Spitze Dornen an den Zweigen, die je nach Sorte unterschiedlich stark ausgeprägt sind, laden nicht besonders zum Ernten ein. Diese Halb- oder Hochstämme entstehen durch Veredelung und vereinfachen das Pflücken der schmackhaften Beeren. Als Basis dafür wird zum Großteil die Goldjohannisbeere Ribes Aureum verwendet und die entsprechende Sorte aufgepfropft. Bei der Sortenwahl darf die Mehltauresistenz nicht außer Acht gelassen werden.

Ernte der Stachelbeeren - Nur reife Früchte ernten

Kaufen Sie Stachelbeeren im Supermarkt, so werden Sie sehr oft noch unreife saure Früchte erhalten. Diese eignen sich sehr gut, um sie warm in Konfitüren oder Gebäck zu verarbeiten. Die reifen Früchte der Stachelbeere sind sehr druckempfindlich und können daher nicht in großem Umfang angebaut und vermarktet werden. Früh geerntet hingegen lassen sie sich bis zu drei Wochen im Kühlhaus lagern, jedoch auf Kosten des Geschmacks. Besser Sie kaufen Stachelbeeren auf dem Wochenmarkt oder bauen sie im Idealfall selbst an. Die reifen Früchte sind stark aromatisch und besitzen nur wenig Säure. Sie können wenige Tage im Kühlschrank gelagert werden. Beginnt eine Stachelbeere zu schimmeln, muss sie sofort entfernt werden, sonst sind auch die restlichen Beeren leider verloren.

Unkomplizierter Anbau der Stachelbeeren, trotzdem hohe Erträge

Stachelbeeren sind recht anspruchslos. Haben Sie in der Baumschule eine gut durchwurzelte Containerware gekauft, so pflanzen Sie diese am besten im Herbst an einen sonnigen Standort mit lockerem Boden. Er sollte nicht zu trocken sein, da die Stachelbeere ausreichend Wasser benötigt. Auch das Frühjahr eignet sich dafür, die Stachelbeere in den Boden zu bringen. Drücken Sie die Pflanze fest an und bedecken Sie die Pflanzscheibe mit einem Gemisch aus Humus und Mulch. Die Stachelbeere blüht im April bis Mai, später kann je nach Sorte im Juni bis hin in den August geerntet werden.

Pflege der Stachelbeeren ohne viel Aufwand

Wer eine mehltaurestistente Sorte gekauft hat, wird mit der Pflege nur wenig Arbeit haben. Ab und zu ein wenig gießen und ein Schnitt im Frühjahr reichen aus, damit hohe Erträge von Stachelbeeren zu erwarten sind. Dieser Schnitt muss jedoch mit Bedacht durchgeführt werden. Stachelbeeren tragen nur am zweijährigen Holz. Daher werden im Frühling die kräftigsten Triebe um ein Drittel eingekürzt, Die restlichen Triebe, bis auf sechs oder sieben Stück, werden komplett entfernt. Dafür wird das Holz direkt über dem Boden geschnitten. Wer mit dem Ernteertrag unzufrieden ist, kann nach der Blüte Ende Mai mit mineralischem Dünger oder Komposterde der Pflanze zusätzlich Nährstoffe verschaffen.

Verwendung - roh oder verarbeitet

Stachelbeerkuchen mit Baiserhaube
Stachelbeeren lassen sich gut zu Kuchen verarbeiten
Foto: © kristina rütten

Viele Menschen lieben die Stachelbeeren frisch vom Strauch aus der Hand oder roh im Jogurt bzw. dem Müsli. Doch auch als Konfitüren lassen sich Stachelbeeren hervorragend verarbeiten. Sie harmonieren sehr gut mit anderen Früchten wie etwa Rhabarber, Kiwi oder Bananen. Meist werden Stachelbeeren in Kuchen als säuerliche Fruchtzugabe verarbeitet. Klassiker sind dabei der Thüringer Speckfettkuchen oder auch Stachelbeertorten mit Baiserhaube. Wer sich an Omas Zeiten erinnert, wird auch die Stachelbeeren aus der Konserve gut in Erinnerung haben. Als Kompott sind sie im Winter eine willkommene Vitaminspritze. Versuchen Sie ein Chutney aus Stachelbeeren zuzubereiten oder Relish, sie werden überrascht sein, wie gut die Beere mit herzhaften Gerichten harmoniert. Vor der Verarbeitung steht jedoch das Putzen der Beeren, mit einem Messer oder der Schere werden die Blütenreste und der Stängel der Frucht entfernt. Dies kostet etwas Geduld.

Stachelbeeren sind nicht nur geschmacklich ganz besonders ansprechend. Sie können ausgezeichnet durch ihre Wuchsform in die Gartengestaltung eingebracht werden. Meist gesellen sich Stachelbeersträucher neben Johannisbeersträuchern und sorgen so für einen interessanten Farbkontrast im Garten.
Text: C. D.

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