Krankheiten des Birnbaums

Blätter mit Birnengitterrost
Eine weitverbreitete Birnenkrankheit ist der Birnengitterrost
Foto: © Hastra

Der Birnbaum gilt bei Gärtnern und Obstbauern allgemein als empfindlicher Obstbaum, denn er ist nicht nur anspruchsvoll in Bezug auf die Bodenqualität, den Schnitt und den Standort, sondern auch sehr anfällig für Krankheiten.

Birnenliebhaber schrecken jedoch auch davor nicht zurück, denn obwohl es keine resistenten Züchtungen gibt, lohnt der Anbau der Birne wegen der süßen aromatischen Früchte trotzdem. Wir nennen Ihnen die typischsten Krankheiten eines Birnbaums.
Weitere Tipps für den Birnbaum

Birnenkrankheiten kurz erklärt:

Nachfolgend erklären wir die häufigsten Birnenkrankheiten und was Sie dagegen tun können.

Birnengitterrost (Gymnosporangium fuscum, auch Gymnosporangium sabinae)

Er zählt zu den häufigsten Birnbaumkrankheiten und wird durch den Pilz Gymnosporangium sabinae verursacht. Ab Mitte Mai oder Juni zeigt der Birnengitterrost sein hässliches Gesicht durch orange-braune Flecke auf den Blättern des Birnbaums und warzenähnliche Verdickungen auf der Blattunterseite. Darin befinden sich die Sporen des Pilzes, der sich unglaublich schnell auf dem gesamten Baum ausbreitet. Gefährlich ist der Pilz, da er nicht auf der Birne überwintert, sondern den Wirt wechselt. Auf verschiedenen Wacholderarten bilden sich an den Ästen gallertartige Sporenlager, die sich dann wieder auf den Baum übertragen. Als Maßnahme gilt es, wenn möglich die Wacholder des Gartens im Umkreis von 500 m zu entfernen. Das heruntergefallene Laub zu verbrennen ist nicht notwendig, denn die Sporenlager sind im Herbst bereits leer. Auch ein chemisches Mittel ist gegen Birnengitterrost erhältlich und kann die Ausbreitung der Krankheit verhindern.

Apfelwickler auf dem Birnbaum (Cydia pomonella)

Der Name Apfelwickler täuscht Gartenbesitzer, denn auch auf dem Birnbaum fühlen sich die gefräßigen Raupen äußerst wohl. Zu erkennen ist dies an den Bohrstellen auf der Fruchtaußenseite. Dort haben sich die Raupen einen Gang zum Kerngehäuse gefressen, wo sie dann ca. 3 - 4 Wochen verweilen. Betroffenes Obst sollten Sie sofort entfernen. Natürliche Feinde des Apfelwicklers sind Gallwespen, die Sie sogar im Handel als "Schädlingsbekämpfungsmittel" kaufen können. Fanggürtel aus Pappe oder Leimringe am Stamm verhindern, dass der Apfelwickler am Birnbaum hinauf klettern kann.

Birnengallmücke (Dasineura pyri)

Die Maden der Birnengallmücke tun es dem Apfelwickler gleich und bohren sich im Juni bzw. Juli in die Früchte. Befallenes Obst sollte daher abgenommen und vernichtet werden, bzw. wenn das Ernten am Baum nicht möglich ist, eingesammelt und vernichtet werden. Geschieht dies nicht, gelangen die Raupen in den Boden und verpuppen sich dort und schädigen im nächsten Frühjahr den Baum erneut. Oft ist Bormangel ein Grund für das Ansiedeln der Birnengallmücke auf dem Baum, eine entsprechende Gabe von Borax kann den Baum unterstützen.

Der Birnenblattsauger (Psylla pyri)

Er zeigt sich durch missgebildete Blätter am Baum, die mit Honigtau und später mit Rußtau benetzt sind. Der Birnenblattsauger ist eine Flohart, die in der Rinde überwintert. Die Eier legen die Sauger in die Triebspitzen. Befallene Blätter müssen entfernt und vernichtet werden. Insektizide gegen den Birnenblattsauger gibt es nicht. Wanzen sind die natürlichen Feinde des Schädlings.

Monilia - die Fruchtfäule

Bei der Monilia handelt es sich um einen sehr hartnäckigen Pilz, der auf dem Baum überwintert. Im Frühjahr befällt er die Blütennarben. Ein typisches Zeichen für einen Moniliabefall sind die braunen Blätter und Blüten des Birnbaums, da der Pilz die Leitungsbahnen in den Zweigen blockiert. Selbst die Früchte können mit einer braunen Fäule überzogen sein. Ein zugelassenes Spritzmittel gegen Monilia gibt es nicht. Lediglich das radikale Zurückschneiden des befallenen Holzes bis tief in die gesunden Bereiche sowie das Verbrennen des Baumschnitts und das Aufsammeln und Vernichten der befallenen Früchte können die Monilia eindämmen.

Feuerbrand

Wie auch dem Apfelbaum kann der Feuerbrand der Birne heftig zusetzen. Die meldepflichtige bakterielle Erkrankung wird wie viele andere Krankheiten des Birnbaums durch das Braun- und Schwarzfärben der Blätter und Blüten sowie das Absterben ganzer Zweige sichtbar. Feuerbrand, durch das Bakterium Erwinia amylovora verursacht, ist eine der gefährlichsten Erkrankungen vieler Obstbäume. Ist der Birnbaum mit dem Bakterium infiziert, stirbt er als junger Baum binnen weniger Wochen und als älterer Baum in rund einem Jahr ab. Eine Rettung ist nicht möglich, der Baum muss vernichtet werden. Eine Übertragung durch Laub, Gartenwerkzeug oder Astschnitt ist sehr schnell seuchenartig möglich.
Wohin mit dem Fallobst?
Text: C. D.

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