Krankheiten des Kirschbaums kurz erklärt

Gelbe Kirschen am Baum
Sobald die Kirschen gelb werden, sollte man auf die
Kirschfruchtfliege achten - Foto: © borgi

Kirschen treffen fast jedermanns Geschmack. Ihr Aroma variiert von zuckersüß bis quietsche sauer und sie können vielseitig in der Küche zubereitet oder einfach so vom Baum genascht werden. Leider gehört der Kirschbaum, egal ob Süß- oder Sauerkirsche, zu den eher krankheitsanfälligen Obstgehölzen.

Vorbeugen von Krankheiten am Kirschbaum

Solitär stehende Bäume sind seltener betroffen als Kirschen auf Obstwiesen. Zudem reduziert desinfiziertes Schneidwerkzeug für den Baumschnitt und der Wundverschluss nach dem Ausschneiden im Spätsommer die Gefahren für den Kirschbaum, die durch das jährliche Auslichten entstehen. (Tipps zum Kirschbaum schneiden) Wer einen neuen Kirschbaum pflanzen möchte, kann bei der Wahl auf resistente Sorten achten und den Standort des Baumes mit Bedacht aussuchen. Der Befall kann außerdem durch eine ausreichende Nährstoffversorgung und den jährlichen Instandhaltungsschnitt stark reduziert werden.

Typische Kirschbaumkrankheiten

In diesem Abschnitt stellen wir die häufigsten Kirschbaumkrankheiten kurz vor und erklären was man dagegen tun kann:

Die Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi):

Sie befällt Süßkirschen. Die Kirschfruchtfliege ist eine Bohrfliege. Sie ist nur ca. 3-5 mm groß, legt jedoch bis zu 200 Eier. Je Kirsche schlüpft eine Made und frisst sich um den Stein herum. Die markante Fliege mit dem gelben Schild auf dem Rücken und den gestreiften Flügeln sucht sich die gerade gelb werdenden Kirschen, daher reagiert sie auch auf Gelbfallen, die das einzige zulässige Mittel gegen sie im privaten Gartenbau sind. Ein Kirschfruchtfliegenbefall lässt sich äußerlich durch bräunliche eingesunkene Stellen nahe des Stils der Frucht erkennen. Sie verliert außerdem an Glanz. Ist der Baum befallen, so müssen in diesem Jahr alle Früchte vollständig abgeerntet werden. Der Boden unter der Kirsche kann grob aufgelockert werden, so dass der Frost gut in die Erde eindringen kann und die sich dort verpuppten Maden erfrieren. Die Puppen der Kirschfruchtfliege können mehr als einen Winter im Boden überleben. Um zu verhindern, dass die Maden den Boden erst erreichen, können sehr engmaschige Kulturschutznetze über kleine Bäume gespannt werden, oder auch einzelne Äste damit umwickelt werden. Hühner und Enten, die unter der Kirsche Freilauf haben, fressen einen Großteil der Puppen.

Die Schrotschusskrankheit (Ascospora beijerickii):

Die Schrotschusskrankheit wird durch den Blattfleckenpilz Wilsonomyces carpophilus verursacht und schädigt sowohl die Blätter, das Holz und auch die Früchte des Kirschbaums. Betroffen sind sowohl Süß- als auch Sauerkirschen. Der auf den Trieben des Kirschbaumes überwinternde Pilz wird in regenreichen Zeiten abgespült und kann sich so verbreiten. Bereits vor der Blüte sind kleine rote Flecken auf den Blättern zu erkennen, die sich bald braun verfärben und ausfallen. Das typische Bild der Schrot-Schuss-Löcher entsteht. Mitunter wirft der Baum bereits im Frühsommer die Blätter ab, die Früchte sind ungenießbar, verkümmern und zeigen dunkelbraune, leicht eingesunkene Flecken. Im Holz, besonders an jungen Trieben, treten ebenfalls eingesunkene Flecken auf, in denen der Pilz überwintert. Als Gegenmaßnahme im heimischen Garten reicht oft bereits aus, während des Baumschnitts betroffene Äste bis ins gesunde Holz zurückzuschneiden, die Baumscheibe mit Knoblauch und Zwiebel zu bepflanzen und sie zu mulchen. Wird die Krone gut ausgelichtet, kann der Baum nach Regengüssen besser abtrocknen und der Pilz hat es schwerer. Befallene Früchte wie auch Laub muss radikal entfernt werden und gehören nicht auf den Kompost. Kupfergaben helfen und unterstützen den Kirschbaum. Netzschwefel reduziert zudem das Schadbild und ist meist als Gegenmaßnahme erfolgreich.

Monilia beim Kirschbaum:

Sowohl die Spitzendürre als auch die Fruchtfäule wird unter dem Begriff Monilia zusammengefasst. Gerade feuchte Jahre mit viel Regen während der Blüte lassen die Pilzkrankheit, vorrangig bei Sauerkirschen, auftreten. Die Sporen der Pilze haben am Stamm und an hängen gebliebenen Früchten des Vorjahres überwintert und werden durch den Wind wie auch Regen übertragen. Zu erkennen ist die Monilia an der Blütendürre. Die Blüten werden braun und bleiben am Baum hängen, anstatt abzufallen. Die neuen Triebe verdorren. Ist der Baum befallen, können nur Fungizide helfen. Jedoch ist das Auftragen dieser besonders bei großen Kirschbäumen in Privatgärten kaum möglich. Dennoch sollten abgestorbene Zweige und Fruchtmumien immer entfernt werden, betroffenes Holz bis auch zwei Hände breit in das gesunde Holz hinein zurückgeschnitten werden. Der Baumschnitt sollte so ausfallen, dass besonders die Krone gut licht ist und schnell nach einem Regen abtrocknen kann.

Die Bitterfäule (Chamaepsila rosae Psilidae):

Sie befällt die Kirschbäume wie auch andere Obstbaumsorten. Hervorgerufen durch einen Pilz entstehen an den Kirsch-Früchten braune leicht eingesunkene Flecken, die schnell größer werden. Sie können die ganze Frucht einnehmen und leicht rötlichen Schleim an den betroffenen Stellen bilden. Die Früchte schmecken bitter und sind ungenießbar. Sie bleiben auch am Baum hängen und fallen nicht herunter. Von Bitterfäule betroffene Bäume treiben oft sehr spät aus und haben nur einen spärlichen Blütenansatz. Feuchtes Wetter begünstigt die Erkrankung des Baumes an diesem Pilz, daher ist wie bei vielen anderen Pilzkrankheiten das Schneiden des Baumes besonders wichtig, um eine gute Durchlüftung und damit ein rasches Abtrocknen des Baumes zu gewährleisten. Dürre Zweige und Fruchtmumien müssen entfernt werden, die Früchte gehören nicht auf den Kompost. Es kann hilfreich sein, den Baum mehrmals vor der Ernte mit Schachtelhalmtee und Schwefel- bzw. Kupfermittel zu spritzen.
Text: C. D.

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