Sauerkirschbaum pflanzen

Sauerkirschbaum im Garten
Ernte von Sauerkirschen
Foto: © elypse

Der Sauerkirschbaum ist das ganze Gegenteil zum Süßkirschenbaum, denn er ist wesentlich anspruchsloser und einfacher in der Pflege und in der gesamten Handhabung. Er ist ein viel kleinerer Baum und somit leichter zu bewirtschaften. Der Wuchs gestattet sowohl eine Hochstammkultivierung als auch die Halbstamm- und Spalierkultivierung.

Der Sauerkirschbaum im Garten

Hier finden Sie Tipps zum richtigen Standort und der Pflege des Sauerkirschbaums im Garten.

Der Standort des Sauerkirschbaumes

Bei den Sauerkirschen sind die meisten Sorten als selbstbefruchtend zu bezeichnen, es ist also keine Zweitpflanze notwendig. Beim Kauf sollte aber trotzdem nachgefragt werden, um was für einen Sauerkirschbaum es sich in diesem Fall handelt, denn in einigen seltenen Fällen brauchen genauso Sauerkirschen zur Befruchtung einen Zweitbaum. Der Baum an sich stellt keine gesonderten und gehobeneren Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit, er ist das einzige Obstgehölz, welches sogar auf sandigen Böden kultiviert werden kann. Grundsätzlich sind die Sauerkirschen als kleinwüchsige Obstgehölze zu bezeichnen, die auch durchaus einen starken Rückschnitt vertragen. Sie bieten sich insbesondere zur Bepflanzung in sehr kleinen und beengten Gärten an. Als wichtigste Unterlagen für ein effizientes Sauerkirschwachstum sind Kalkböden, Sandböden und sehr kühle Böden zu nennen. Die Erntezeit bei Sauerkirschen beginnt im Juli und endet im August. Die Früchte sind viel witterungsbeständiger als die Süßkirschen, denn ebenso Regen kann den Früchten kaum etwas anhaben, sie platzen nicht auf und faulen auch nicht am Baum.

Sauerkirschbaum schneiden

Der Schnitt ist ebenso wie bei anderen Obstgehölzen erforderlich und sollte als so genannter Verjüngungsschnitt regelmäßig vorgenommen werden. Hierbei schneidet der Gärtner die abgeernteten und folglich herunter hängenden Zweige völlig zurück. Wichtig ist hier allerdings, dass Sauerkirschen immer nach Sorte geschnitten werden müssen. Die Sorten haben einen großen Einfluss auf den erforderlichen Schnitt, denn verschiedene Sorten wachsen hängend und andere wiederum stehend. Bei den hängenden Sorten Morellenfeuer und Schattenmorelle ist ein Fruchten an den einjährigen Trieben zu verzeichnen, die in den Folgejahren ohne Schnitt verkahlen würden. Die aufrecht wachsenden Sorten der Sauerkirsche, wie Koröser und Rubinweichsel, verzweigen recht gut, und verkahlen auch kaum. Hier gilt es nur, die nach innen wachsenden Äste zu entfernen. Es genügt in der Regel aber bei allen aufrecht wachsenden Sauerkirschen, eine gründliche Auslichtung vorzunehmen, damit sich einfach genügend neue Triebe bilden können.

Krankheiten des Sauerkirschbaums

Bei den Sauerkirschen ist noch erwähnenswert, dass sie eigentlich resistent gegenüber Madenbefall sind, was sicherlich auch von der Sortenwahl abhängig gemacht werden kann. Eine Krankheit, von der die Sauerkirsche befallen werden kann, ist die Monilia Krankheit. Es handelt sich hierbei um einen Pilz. Heute ist selbst dieses Problem durch erfolgreiche Neuzüchtungen, wie die Sorte Stella, weitestgehend gebannt. Auch bei der Sorte Schattenmorelle ist Vorsicht geboten, was den Monilia Pilz anbelangt, denn diese Sorte ist sogar heute noch hochanfällig für den Pilz und gehört nicht in den Nutzgarten. Andere Sorten von Sauerkirschen eignen sich viel besser für eine Kultivierung im eigenen Garten und erzielen hohe Erträge. Angefangen mit der Sorte Ludwigs Frühe, bei der es sich um eine sehr weiche und sehr säuerliche Kirsche handelt, bis hin zur Weichsel, die als sehr saure Sorte bekannt ist. Wichtig bei der Auswahl der Sorten ist einzig und allein, dass diese grundsätzlich moniliaresistent sind.
Text: B. L.

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