Apfelbaum schneiden

Gärtner überlegt wie er den Apfelbaum schneidet
Wie schneidet man einen Apfelbaum?
Foto: © Kitty

Der Apfelbaum zählt zu den beliebtesten Obstbäumen in heimischen Gärten. Da nur noch wenige Apfelsorten als geerntete Tafeläpfel im Handel zu kaufen sind, nutzen viele Hobbygärtner die Chance, eine breite Sortenvielfalt mit alten Züchtungen anzubauen. Um einen hohen Ertrag und einen guten Wuchs des Baumes zu gewährleisten, braucht er regelmäßig einen Pflegeschnitt. Dabei gibt es einiges zu beachten.
Weitere Tipps für den Apfelbaum

Anleitung zum Apfelbaum schneiden

Welches Werkzeug braucht man zum Apfelbaum schneiden und wann ist der richtige Zeitpunkt? Welche Schnittformen gibt es?

Der richtige Zeitpunkt zum Apfelbaum schneiden

Apfelbäume werden geschnitten, wenn sie nicht voll im Saft stehen, das heißt, wenn der Wasserfluss im Baum gehemmt ist. Dies ist im Spätherbst und im zeitigen Frühjahr der Fall. Die Temperaturen sollten dabei niemals mehr als knapp unter null Grad Celsius sein, da das Holz des Apfelbaumes sonst splittert. Besitzt der Baum einen starken Wuchs, sollte er besser im Frühjahr seinen Pflegeschnitt erhalten. Denn je später der Baum geschnitten wird, desto mehr wird der Wuchs gehemmt und die Bildung von fruchtbaren Trieben unterstützt. Alte große Apfelbäume zählen vor allem zu den stark wachsenden, kleine Spindelbäume hingegen zu den ertragreichen Apfelbäumen. Daher werden letztere vorrangig im Spätherbst geschnitten. Ist ein kleines Bäumchen aus der Baumschule erst im Herbst gepflanzt worden, braucht es auch bereits einen sogenannten Pflanzschnitt. Er legt die spätere Wuchsform des Baumes fest.

Qualitätswerkzeug verwenden

Sie helfen Ihrem Baum, den Pflegeschnitt gut zu verarbeiten, indem Sie gutes Werkzeug verwenden. Dies bedeutet scharfe Ast- und Gartenscheren sowie Baumsägen. Die gerade Schnittfläche und das wenig gequetschte Holz verhindern, dass sich nach dem Schnitt zu leicht Pilze ansiedeln können oder der Baum durch eine andere Infektion krank wird. Mit scharfem Werkzeug für den Pflegeschnitt, kann der Apfelbaum die Wunden schneller selbstständig schließen.

Schnittform wählen

In der Regel unterscheiden Hobbygärtner zwischen zwei Erziehungsformen, die bei jungen Apfelbäumen zunächst angewandt werden müssen. Zum einen die Rundkrone, zum anderen die Spindel. Rundkronen werden bei großen Apfelbäumen geschnitten. Weit verbreiteter sind heute jedoch Spindelbäume. Sie sind kleiner, aber ertragreich und bilden mehr Früchte statt neues Holz. Fünf Jahre nach der Pflanzung erhalten Bäume keinen Erziehungsschnitt mehr, sondern einen Pflegeschnitt.

So schneiden Sie den Apfelbaum

Was und wieviel muss man abschneiden? Tipps für den Pflege, Pflanz- und Erziehungsschnitt.

Kleines Schnitt-ABC für einen Pflegeschnitt

Apfelbaum wird beschnitten
Im Herbst bzw. Frühjahr wird der Apfelbaum beschnitten
Foto: © stockfoto

"Die Krone eines Baumes muss so licht sein, dass ein Vogel ohne die Zweige zu berühren hindurch fliegen kann", besagt eine alte Gartenregel. Kronen brauchen viel Licht und Luft. Konkurrenzäste zur Krone müssen entfernt werden. Äste und Zweige, die nach innen wachsen, ebenfalls. Auch Zweige, die zu eng beieinander stehen oder über Kreuz wachsen, müssen geschnitten werden. Hier wird immer der weiter nach oben bzw. innen Gewachsene am Stamm bzw. Ast abgesägt. Gleiches gilt für Wasserschosse. Als solches werden Zweige genannt, die senkrecht nach oben wachsen. Da sie die Krone verdichten und kaum Früchte tragen, müssen sie weichen. Zudem kosten sie den Baum unnötige Kraft, die er besser in das Wachstum leckerer Äpfel stecken soll. Wasserschosse werden direkt am Ast abgeschnitten, Äste hingegen immer etwas oberhalb einer Knospe, die nach außen zeigt. So garantieren Sie, dass der neue Trieb nicht wieder in die Krone wächst.

Stark zurückschneiden oder nicht?

Viele Gärtner trauen sich nicht, einen Apfelbaum beherzt zurückzuschneiden. Grundsätzlich gilt: Wird ein Apfelbaum stark zurückgeschnitten, setzt er seine ganze Kraft in das Wachstum neuen Holzes, die Spitze des abgesägten Astes schiebt nach außen. Viele neue junge Triebe entstehen jedoch bei einem schwächeren Rückschnitt. Die Basis für neue Früchte wird gebildet. Entscheiden Sie, wohin Sie Ihren Baum haben wollen.

Die Rundkrone schneiden - Pflanzschnitt und Erziehungsschnitt

Der Apfelbaum besitzt bei einem Rundkronenschnitt eine Stammverlängerung und drei Leitäste. Diese sollen gleichmäßig um den Stamm herum wachsen und möglichst in einem halben rechten Winkel nach oben zeigen. Andere Äste, die der Krone oder der Stammverlängerung Konkurrenz machen, werden bis auf den Astring abgesägt, das heißt direkt am Stamm gekürzt. Die drei Leitäste schneidet man nun auf eine Höhe, man könnte eine waagerechte Linie zwischen ihnen bilden. Im Fachjargon wird dies als Saftwaage bezeichnet. Die Stammverlängerung kürzen Sie daraufhin so weit, dass sie immer noch etwas über den Leitästen liegt. Ideal wäre ein Winkel von 120° zwischen Stammverlängerung und Leitästen am jeweils höchsten Punkt, wobei die Stammverlängerung der Scheitelpunkt ist.

Spindelbäume schneiden - Pflanzschnitt und Erziehungsschnitt

Ziel bei Spindelbäumen ist es, sie klein zu halten. Ein starkes Holzwachstum ist nicht gewünscht. Auch sie haben einen Haupttrieb in der Mitte. Stark konkurrierende senkrechte Äste werden abgeschnitten, damit der Apfelbaum keine zweigeteilte Krone erhält. Alle Haupttriebe, also der Mittel- wie auch die Seitentriebe, werden zunächst leicht gekürzt, damit sie sich weiter verzweigen. Später werden die Leitäste speziell herunter gebunden. Denn die zunächst nach oben wachsenden Leitäste sollen in eine fast waagerechte Form gebracht werden. Der Grund dafür: der Apfelbaum in Spindelform bildet viele neue kurze Seitentriebe, die wiederum zahlreich Blütenknospen tragen. Im Jahr darauf werden die Bänder entfernt und der Baum erhält den Aufbauschnitt. Nun entfernen Sie steil senkrecht wachsende Seitentriebe komplett und nehmen unverzweigte bzw. sich berührende nach unten zeigende Triebe und Wasserschosse weg. Nach fünf Jahren genießt ein junger Apfelbaum dann endlich nur noch den jährlichen Pflegeschnitt.
Wohin mit dem Fallobst?
Text: C. D.

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